BIOKONAT – Biomasse im Kontext einer naturverträglichen Energiewende: Rolle, Chancen und Optionen

Ein Projekt des Umweltdachverbandes in Kooperation mit Umwelt Management Austria, Österreichischer Biomasse-Verband und  Forum Wissenschaft & Umwelt

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Unter den erneuerbaren Energieträgern kommt der forstlichen Biomasse in Österreich aufgrund des mengenmäßigen Einsatzes sowie des vorhandenen Ausbaupotenzials und der damit einhergehenden mannigfaltigen Herausforderungen herausragende Bedeutung zu. Bei der Produktion und Nutzung von Biomasse sind wesentliche Rahmenbedingungen zu beachten, da Biomasse aufgrund eingeschränkter räumlicher Nutzungsmöglichkeiten nur begrenzt zur Verfügung steht. Daher ist ganz besonders unter der Annahme einer derzeit vorgesehenen, ausgeweiteten Nutzung auf einen ressourcenschonenden bzw. umwelt- und naturverträglichen Umgang zu achten.

Das BIOKONAT-Projekt bündelt die Kompetenzen des Umweltdachverbandes unter Mitwirkung seiner Mitgliedsorganisationen, um AkteurInnen mit Bezug zur forstlichen Biomasseproduktion und -nutzung zu vernetzen. Gemeinsame Lösungsansätze für eine naturverträgliche Nutzung des heimischen forstlichen Biomassepotenzials sollen entwickelt werden. BIOKONAT dient insbesondere auch dazu, am Beispiel der Biomassenutzung den Bedarf und die Möglichkeiten der Etablierung einer bis dato in Österreich nicht existierenden, übergeordneten und dauerhaften „Dialogplattform“ abzuwägen. Diese soll zum koordinierten Vorantreiben des naturverträglichen Ausbaus erneuerbarer Energien einen starken Beitrag leisten.

Im Rahmen eines bundesweiten, lösungsorientierten Multi-StakeholderInnen-Diskurses werden die Vernetzung,  der Wissenstransfer und die Dialogbereitschaft von BiomasseproduzentInnen und -nutzerInnen sowie von Naturschutzorganisationen und weiteren Verbänden erneuerbarer Energieträger gefördert. Die Rolle der Biomasse im Kontext einer naturverträglichen Energiewende wird erstmalig umfassend dar- und klargestellt. Auf gegenseitigem Verständnis beruhende, gemeinsame Aktivitäten werden auf den Weg gebracht.

Überblick über die Aktivitäten

Ein Hauptziel des Projekts, nämlich das der Vernetzung, des Wissenstransfers und der Förderung der Zusammenarbeit sämtlicher von Biomasseproduktion und -nutzung betroffener AkteurInnengruppen soll durch einen umfassenden Multi-StakeholderInnen-Dialog erreicht werden. Anhand dieses Prozesses wird in diesem Projekt analysiert, ob die Einrichtung einer dauerhaften österreichischen Dialogplattform zum koordinierten Vorantreiben des naturverträglichen Ausbaus erneuerbarer Energieträger Sinn macht und wenn ja – wie die ersten Schritte dazu aussehen könnten.

Als fachliche Arbeitsgrundlage für die Durchführung und Gestaltung des Projekts wurde eine Diskussionsgrundlage erarbeitet, die den aktuellen Stand der Diskussion rund um das Thema naturverträgliche Energiewende in Österreich mit Fokus auf den Bereich der forstlichen Biomasse abbildet. Die Diskussionsgrundlage kann hier heruntergeladen werden.

In einem Auftakt-Round-Table im Juni 2019 wurden die StakeholderInnen aus unterschiedlichen Sektoren und Regionen erstmals miteinander vernetzt und zu einem gemeinsamen Dialog auf Basis des Diskussionspapiers eingeladen. Die Ergebnisse wurden in Form eines Kurzberichts zusammengefasst.

Weiters wurden Einzelgespräche mit ausgewählten repräsentativen Personen, FachexpertInnen, regionalen PraktikerInnen und InteressensvertreterInnen geführt, wo die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer verstärkten Biomassenutzung vertieft besprochen und analysiert wurden.

Erste Lösungsvorschläge zur Beseitigung von gegenseitigen Missverständnissen und identifizierten Konfliktfeldern wurden in zwei moderierten Round Tables in Wien und Salzburg im Oktober 2019 zur Diskussion gestellt.

Zur Einbindung regionaler AkteurInnen und zum praxisnahen Kennenlernen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und eines Best-Practice-Beispiels im Bereich der naturverträglichen Biomassenutzung fand für die StakeholderInnen im November 2019 eine Exkursion ins Waldviertel statt. Im Wald des Benediktinerstiftes Altenburg wurde am Vormittag auf die Möglichkeiten multifunktionaler, nachhaltiger Waldbewirtschaftung sowie aktueller Forstprobleme (Trockenheit, Borkenkäferbefall, Fichtenausfall etc.) eingegangen. Darüber hinaus wurde gezeigt, wie Wertschöpfung durch Holzproduktion und Naturschutz im Wald gleichzeitig funktionieren können. Dank der Kooperation mit IG Holzkraft und proPellets Austria wurde am Nachmittag das Betriebsgelände in Rastenfeld mit dem Holzkraftwerk der NAWARO ENERGIE Betrieb GmbH und der Produktionsstätte der Pelletswerk Waldviertel GmbH besichtigt. Der Standort Rastenfeld demonstriert anschaulich die gelebte Kaskadennutzung von Holz. Mehr Infos dazu finden Sie im Exkursionsbericht.

Alle gesammelten Ergebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse flossen in eine Abschlussbroschüre ein, die konkrete Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für die Energiewende und zur Förderung der naturverträglichen Biomassenutzung beinhaltet.  

Im Rahmen eines Abschluss-Round-Tables im April 2020 wurden die Erkenntnisse des gesamten Projektprozesses reflektiert sowie eine Dialogplattform „Naturverträgliche Energiewende zum koordinierten Vorantreiben des naturverträglichen Ausbaus erneuerbarer Energieträger diskutiert. Die Ergebnisse wurden in Form eines Kurzberichts zusammengefasst.

Projektinfos kompakt


Projektpartner: Umwelt Management Austria, Österreichischer Biomasse-Verband und  Forum Wissenschaft & Umwelt

Projektlaufzeit: 1.12.2017 bis 30.09.2020

Gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus sowie die Europäische Union im Rahmen des Österreichischen Programms für die Ländliche Entwicklung 2014-2020.

1 Foeg Leiste Bund+ELER+EU 2020 RGB


Ihr Projekt-Ansprechpartner:

Christian

DI Christian Fraissl

Projektleitung

Biodiversität & Wald


+43 1 401 13 47